Wie funktioniert die neue Lösung?
Die Wasserspeichermodule (Retentionskörper) gehören zu den zentralen Komponenten des Systems. Ihre durchlässige Außenhülle soll möglichst stabil sein und zugleich die verdunstete Feuchtigkeit ungehindert nach außen dringen lassen. Am Demonstrator des Fraunhofer-Instituts hat sich ein speziell angefertigtes Lochblech aus eloxiertem Aluminium bewährt. Beim wasserspeichernden, mineralischen Kern stehen insbesondere die Wasserspeicherkapazität und -leitfähigkeit im Fokus. Im Lauf des Projekts haben sich Perlit und Vermiculit als ideales Füllgranulat erwiesen und gegen alle bisher getesteten Alternativen durchgesetzt.
Die Retentionsmodule sind aktuell übereinander angeordnet. Jede Kaskade endet oben mit einer Regulierungseinheit. Das Regenwasser läuft über ein Ablaufsystem in diesen vorgelagerten Zwischenspeicher. Bei Erreichen eines bestimmten Füllstands öffnet sich automatisch mechanisch eine Art „Schleuse“ nach unten, und das Wasser tröpfelt über einen Wasserverteiler durch ein Sieb auf das wasserspeichernde Substrat. Mit welchem Tempo sich die Regulierungseinheit im Optimalfall entleert, ist für die Forschenden eine weitere zentrale Fragestellung. Bei Starkregen soll der Vorgang so schnell ablaufen, dass das mineralische Füllmaterial das gesamte Wasser vollständig aufnehmen kann, aber keine wertvolle Zeit ungenutzt verstreicht.
Denn wenn die Regulierungseinheit überzulaufen droht, wird der überschüssige Niederschlag zum Fallrohr und in die Kanalisation geleitet. Dies funktioniert ohne digitale Steuerung und Stromzufuhr; dadurch bleibt die Anlage auch dann uneingeschränkt einsatzbereit, wenn im Katastrophenfall die Energieversorgung ausfällt. Wie sich die Module an die Trägerbauten anfügen, liegt in den Händen des Architektur- oder Planungsbüros. Umsetzbar sind beispielsweise in die Wand integrierte Elemente oder vorgesetzte Fassaden – im Idealfall hinterlüftet, damit die Mauer dahinter weiter atmungsfähig bleibt.